STORIES

ELKE SIMON-KUCH ZUR FAMILIENNACHFOLGE

Besonderheiten & Chancen der Familiennachfolge

 

Eine Unternehmensnachfolge zu gestalten ist ein Prozess, der im besten Falle über Jahre hinweg sorgsam vorbereitet und mit Hilfe einer objektiven Beratung Schritt für Schritt durchgeführt werden sollte. Die Familiennachfolge wird oft schon über eine Generation hinweg geplant und stellt eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten dar – denn hier ist das System der Familie untrennbar mit dem der Organisation verbunden und kann somit ungeahnte Hürden mit sich bringen.

 

Der Junior ist in den meisten Fällen bereits früh Teil des Unternehmens geworden, steht für Erneuerung und das Infragestellen der etablierten Strukturen. Durch die Weiterentwicklung von Märkten sowie der Kunden, muss ein Wertewandel vollzogen werden, womit seine Visionen oft konträr zu den alten Werten stehen, die der Senior vertritt. Diese Dynamik wird durch die Spiegelung der Familienrollen in der Organisation verstärkt, sodass eine neutrale Beratung unabdingbar ist, um Konflikte in der Nachfolgefrage klären zu können. Die tradierten Rollenbilder können auch dazu führen, dass beispielsweise nicht aufgearbeitete Ereignisse aus der Vergangenheit erst im Übergabeprozess zum Vorschein kommen und sich Emotionen, wie Konkurrenz oder Neid, in der Nachfolgegeneration zeigen. Ebenso ist denkbar, dass die eigene Rolle innerhalb der natürlich gewachsenen Familienstruktur wenig mit der Funktion übereinstimmt, die in der Unternehmung übernommen werden soll. So können leicht Potenziale übersehen werden und es kann dazu führen, dass der Senior nicht loslassen kann und seine derzeitige Stellung im Unternehmen weiterhin beispielsweise in Form eines Postens im Aufsichtsrat erhalten möchte. Auf der Seite der Mitarbeiter können zu hohe Erwartungen an den Junior eine Hürde darstellen, da diese oft von ihm in kürzester Zeit dieselbe Expertise wie die des Seniors erwarten. Daher ist es ratsam, die Mitarbeiter in den Prozess der Erarbeitung der gemeinsamen Zukunftsvision für das Unternehmen mit einzubeziehen und die Rollenverteilung der neuen Führungsebene klar sichtbar zu machen. 1

 

 

All diese Punkte zeigen nur beispielhaft, mit welchen Hürden bei einer Familiennachfolge im Gegensatz zu einer „klassischen“ Nachfolge auf Seiten des Übergebenden, des Übernehmenden und der Angestellten gerechnet werden kann. Werden diese Themen allerdings bewusst angegangen und im gesamten Veränderungsprozess gesteuert, ergibt sich die Chance, das Unternehmen nachhaltig und umfassend zu entwickeln. Frau Elke Simon-Kuch hat selbst eine Familiennachfolge angetreten und 2007 die Simon Werbung GmbH, die Agentur ihrer Mutter übernommen. Seitdem hat sie die Agentur als geschäftsführende Gesellschafterin mit innovativen Ideen weiterentwickelt. 

Welche Herausforderungen sehen Sie im Prozess der Familiennachfolge?
Die größte Herausforderung ist, beide Generationen im gleichen Maße in den Übernahmeprozess einzubinden. Auf der einen Seite muss man die Lebensleistung der übergebenden Generation achten. Auf der anderen Seite muss man bedenken, dass keine zu große Bürde auf die übernehmende Generation geladen wird, damit diese nicht unter der Last zusammenbricht. Man kann sich das wie eine Waage vorstellen, auf der die Wünsche und Vorstellungen beider Seiten Stück für Stück aufgewogen werden. Diese muss austariert werden, damit kein Frust entsteht. Eine Familiennachfolge kann nicht von heute auf morgen vollzogen werden, da sich beide Seiten behutsam darauf einstellen müssen. Der Übergebende muss lernen, loszulassen – das kann nicht abrupt erfolgen. Ebenso muss der Übernehmende in seine neue Verantwortung hineinwachsen. Das Finden und Ausfüllen der neuen Rolle darf nicht unterschätzt werden, da innerhalb des Unternehmens erst die Akzeptanz für den Nachfolger hergestellt werden muss. Auch wenn dieser im Regelfall bereits lange im Unternehmen arbeitet, tritt dieser nun nicht mehr als Mitarbeiter sondern als Führungskraft auf. Neben den persönlichen Faktoren spielt auch der finanzielle Aspekt eine wichtige Rolle. Es müssen alle Karten auf den Tisch gelegt werden, um alles so transparent wie möglich zu gestalten. Auch steuerlich sollte man im Voraus über gewisse Optionen, wie eine Schenkung, nachdenken, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Aus all diesen Gründen sollte man eine Familiennachfolge so frühzeitig wie möglich planen.


Welche Chancen sehen Sie in der Familiennachfolge?
Wenn ein gutes Verhältnis zwischen den Generationen besteht, hat der Nachfolger die Möglichkeit, das Vermächtnis der Eltern fortzuführen, die das Unternehmen über Jahre hinweg aufgebaut haben. Das kann den familiären Zusammenhalt stärken. Außerdem kann die übernehmende Generation von den Erfahrungen der übergebenden profitieren – denn wann kann man den Altinhaber sonst sonntags beim Kaffee trinken fragen, wie er diese oder jene Situation gehändelt hätte. Besonders junge Leute können sich so mit viel Rückhalt verwirklichen.

 

Haben Sie sich eine Beratung zu Nutzen gemacht? Wenn ja, wie hat diese Ihnen geholfen und wo lag für Sie der größte Mehrwert? Wenn nein, an welchen Punkten hätten Sie sich Hilfe gewünscht?
Wir haben uns im Nachfolgeprozess einer Beratung bedient, da diese gefördert wurde. Sie hat uns sehr geholfen, da es in einem so umspannenden Prozess einer gewissen Struktur bedarf, damit kein Thema, sei es noch so klein, außen vor gelassen wird. Viele Detailfragen treten erst mit der Zeit auf und müssen ehrlich geklärt werden. Gerade in einer Familiennachfolge sind viele Emotionen im Spiel, sodass wir von der Beratung in der vermittelnden Rolle profitieren konnten.

 

Das geförderte* Projekt ExNa bietet eine ganzheitliche Beratung für Unternehmer und Nachfolger an, die eine Familiennachfolge planen oder sich bereits im Prozess der Übergabe befinden. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Teilnehmern wird eine vertraute familiäre Atmosphäre geschaffen, in der alle Beteiligten in jeden Schritt der Übergabe einbezogen werden. Die Teilnahme am Projekt ExNa ist kostenfrei.

 

Möchten Sie Ihr Unternehmen abgeben oder eine Unternehmensnachfolge antreten? Interessierte können unverbindlich einen Erstberatungstermin mit dem Projekt-ExNa-Team vereinbaren. Gehen Sie dazu auf www.projekt-exna.de oder kontaktieren Sie das Team telefonisch unter 0391 58243116.


*Das Projekt „ExNa – Existenzgründungen im Rahmen der Unternehmensnachfolge“ ist ein vom Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Digitalisierung gefördertes Projekt im Rahmen der ego.-Konzept-Richtlinie und ist mit Landesmittel finanziert und durch ESF-Mittel kofinanziert. Alle Informationen zum Projekt finden Sie unter www.projekt-exna.de.

Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter.

________

 

1 Glaser, Renate / Königswieser, Ulrich: Familienangelegenheiten. Erfahrungen bei der Beratung von Nachfolgeprozessen in Familienunternehmen, in: OrganisationsEntwicklung Nr.1, 2019

JOSEFINE ULLMANN ZUR PORTFOLIOERWEITERUNG MIT EXNA

Unternehmensnachfolge leicht gemacht

Projekt ExNa übernimmt Nachfolgesuche für Unternehmen

 

Das Unternehmenssterben ist in Sachsen-Anhalt ein stetig wachsendes Problem. Auch wenn die Nachfolgethematik für Inhaber übergabefähiger Unternehmen, sei es aus Alters- oder anderen Gründen, bereits ein bewusster Punkt ist, bleibt im Tagesgeschäft oft keine Zeit, sich aktiv mit damit auseinanderzusetzen. So finden immer weniger Unternehmer einen geeigneten Nachfolger, um nicht nur das eigene Lebenswerk weiterzuführen, sondern insbesondere bestehende Arbeitsplätze zu erhalten.

 

Das Team des Projektes „ExNa – Existenzgründungen im Rahmen der Unternehmensnachfolge“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau an diesem Punkt anzusetzen und Abhilfe zu schaffen. Es übernimmt die Suche nach potenziellen Kandidaten für eine Nachfolge, anhand der Kriterien, die zusammen mit dem Unternehmer in einer Anforderungsanalyse festgelegt werden. So behält der Unternehmer stets die inhaltliche Kontrolle und gibt die operative Umsetzung in die Hände des Projekt-Teams ab. In dem gesamten Übergabeprozess – vom Suchen und Finden eines Nachfolgers, über die Unternehmensanalyse sowie Kompetenzentwicklung des Nachfolgers bis hin zur Schlüsselübergabe – werden Zeit, Geld und vor allem Nerven gespart. Da es für die meisten unvorstellbar ist, von heute auf morgen nicht mehr im eigenen Betrieb zu arbeiten, wird stets zwischen beiden Parteien vermittelt, um die Übergabe so reibungslos wie möglich zu gestalten. Im Projekt ExNa gibt es eine Besonderheit: Selbst wenn der Nachfolger bereits feststeht, kann das Übergabe-Duo durch individuelle Kompetenztrainings zur Entwicklung unternehmerischer Fähigkeiten vom Projekt profitieren und sich als Teilnehmer aktiv im Projekt ExNa einschreiben.

 

Neben der Hilfe und Unterstützung, die das Projekt-Team auf der Unternehmensseite anbietet, werden somit auch die Existenzgründer umfassend auf den Nachfolgeprozess vorbereitet. Gründungswillige, die sich die Selbstständigkeit im Rahmen einer Nachfolge vorstellen können, werden ermutigt, sich auch bei einer nicht voll ausgereiften Vision für die Teilnahme im Projekt anzumelden. Gemeinsam mit dem Team wird ein Kompetenzprofil erstellt und in Gesprächen herausgearbeitet, welche Unternehmung die richtige ist. Wo liegen meine Interessen, was kann ich besonders gut? Für wie viele Mitarbeiter möchte ich die Verantwortung übernehmen? Lässt sich die Chefrolle mit meinem Privatleben vereinbaren? Mit welchen Investitionen muss ich rechnen und was passiert, wenn mir für meinen Traumjob noch ganz bestimmte Qualifikationen fehlen? Zumindest für die zwei letzten Fragen gibt es schon vorab eine Antwort: Die Teilnahme für Existenzgründer wird gefördert* und ExNa bietet Coachings, um alle Nachfolger rundum auf ihre künftigen Aufgaben vorzubereiten. Aber auch bei der Beantwortung der restlichen Fragen ist das ExNa-Team mit Rat und Tat zur Stelle.

 

Eine oft sehr geschärfte Vision für ihr Wunschunternehmen haben bereits Selbstständige. In der aktuellen Wirtschaftslage liegt in der Portfolioerweiterung der Schlüssel zum Erfolg. Der Unternehmergeist ist bei ihnen schon geweckt, kurz: Sie wissen, worauf sie sich einlassen und was sie zu erwarten haben. Mit der Übernahme eines Bestandsunternehmens können sie sich ein zweites Standbein errichten, bereits hochqualifizierte langjährige Mitarbeiter übernehmen und von den bestehenden Vertriebsstrukturen und Netzwerken profitieren. In diesem Falle entsteht eine klassische Win-Win-Situation, da der Unternehmer seinen Betrieb in erfahrene Hände abgibt und der Nachfolger durch den Einstieg in eine weitere Branche Risiken minimieren kann.

 

In dieser Situation befindet sich aktuell Josefine Ullmann, Inhaberin von Elb Estate und Teilnehmerin im Projekt ExNa. Elb Estate steht für außergewöhnliches Marketing mit fundierter Marktkenntnis als regionaler Profi in Vermietung und Verkauf von Immobilien. Wir haben Frau Ullmann zu ihren persönlichen Beweggründen zur Teilnahme im Projekt ExNa befragt.

Aus welchem Grund haben Sie sich dazu entschieden, sich ein zweites Standbein im Rahmen einer Unternehmensnachfolge errichten zu wollen?

Das hat zwei Gründe. Zum einen ist da der wirtschaftliche Aspekt. Auch wenn mein Unternehmen aktuell im sicheren Fahrwasser segelt, macht es Sinn, das Geschäftsfeld zu erweitern, um auch für „stürmische“ Zeiten gewappnet zu sein. Der zweite Grund ist eher emotional geprägt. Ein Unternehmen ist wie das eigene Kind. Man investiert Zeit, Geld und eine große Portion Lebensenergie. Das Lebenswerk eines anderen zu übernehmen und weiterzuführen ist für mich sinnstiftend.

 

Warum haben Sie sich zur Teilnahme im Projekt ExNa entschieden?

Als Immobilienmaklerin weiß ich, wie schwierig es ist, Verkäufer und Käufer zusammenzubringen. Verkäufer verbinden mit ihrem Unternehmen viele Erinnerungen und können sich nur schwer lösen. Käufer haben hingegen naturgemäß Zahlen und konkrete Zukunftspläne im Kopf. In dem Augenblick, wo Gefühle und rationale Überlegungen aufeinanderprallen, ist das Einschalten eines Maklers als Vermittler aus meiner Sicht unumgänglich. Das Projekt ExNa erfüllt genau diese Aufgabe. Es sorgt mit seinen Experten für den objektiven, unverstellten Blick und vermittelt zwischen Nachfolger und Unternehmer. Das ist ein unschätzbarer Mehrwert für beide Parteien.


Möchten Sie Ihr Unternehmen abgeben oder eine Unternehmensnachfolge antreten? Interessierte können unverbindlich einen Erstberatungstermin mit dem Projekt-ExNa-Team vereinbaren. Gehen Sie dazu auf www.projekt-exna.de oder kontaktieren Sie das Team telefonisch unter 0391 58243116.

 

*Das Projekt „ExNa – Existenzgründungen im Rahmen der Unternehmensnachfolge“ ist ein vom Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Digitalisierung gefördertes Projekt im Rahmen der ego.-Konzept-Richtlinie und ist mit Landesmittel finanziert und durch ESF-Mittel kofinanziert. Alle Informationen zum Projekt finden Sie unter www.projekt-exna.de.

 

Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter.

Frank Dietz zur Teilnahme im Projekt ExNa

Ein ExNa-Teilnehmer im Interview

 

Projekt ExNa:
Herr Dietz, wo liegt Ihre Motivation in die Selbstständigkeit zu gehen?

Hr. Dietz:
Durch meine bisherigen beruflichen Stationen konnte ich mir in vielen Bereichen Kompetenzen aneignen, die mir hier helfen können, auf eigenen Beinen zu stehen. Ich habe Fähigkeiten wie z. B. Führungskompetenz, Organisations- bzw. Planungsgeschick und Anpassungsfähigkeit durch meine Ausbildung und die praktische Anwendung als Offizier bei der Bundeswehr entwickeln können. 

 


Projekt ExNa:
Und warum haben Sie sich für eine Unternehmensnachfolge entschieden?

Hr. Dietz:
Weil ich hier nicht direkt bei Null starten muss. Im Idealfall finde ich ein am Markt etabliertes Unternehmen vor. Unterm Strich sind es mehrere Vorteile, die die Nachteile gegenüber einer Neugründung überwiegen. Zum Beispiel muss keine langwierige Aufbauphase z. B. des Kundenstammes stattfinden und ich finde im besten Fall eine bereits gut aufgebaute Vertriebsstruktur vor. Die Lieferantenbeziehungen sind bereits vorhanden und ich habe eine gewisse Planungssicherheit auf Grundlage der Zahlen aus den letzten Jahren. Zusätzlich ist die Marke oder das Produkt bereits etabliert und kann auf dieser Grundlage ausgebaut werden. Am Ende wechselt „nur“ der Kapitän des fahrtüchtigen Schiffes.

 

Projekt ExNa:

Welche Hürden sehen Sie bei einer solchen Nachfolge?

 

Hr. Dietz:

Eine Menge. Ich sehe schon viele Herausforderungen, die hier auf mich zukommen können. Es kann sich z. B. viel Konfliktpotential mit der Altinhaberin oder dem Altinhaber über die unterschiedlichen Phasen der Übergabe entwickeln. Sei es die Vorstellung zur fachlichen Eignung des Nachfolgers oder auch die Einigung über die tatsächlichen Übernahmebedingungen, wie z. B. der Kaufpreis oder eine Übergangszeit.... bis hin zur Finanzierung des gesamten Vorhabens.

 

Projekt ExNa:

Warum sind Sie in das Projekt ExNa eingetreten?

 

Hr. Dietz:

Das ist relativ einfach. Weil ich hier ein Projekt mit sehr gut vernetzten Beraterinnen und Beratern an meiner Seite habe, die mich rund um diesen komplexen Prozess betreuen und Hilfestellung an wesentlichen Punkten leisten.