Stories

S folgt auf S

Die Bilderbuch-Hochzeit der PJS Gebäudetechnik GmbH

 

Kennt man es nicht selbst aus dem eigenen Bekanntenkreis, so wird einem aus aktuellen Branchenreports deutlich: Der Heizungs- und Sanitärbranche geht es besser denn je. Die allermeisten Firmen können sich vor Aufträgen kaum retten, die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Umso wichtiger ist es, diesen Firmen im Nachfolgeprozess mit einer qualitativ hochwertigen Beratung zur Seite zu stehen. Im Projekt „ExNa - Existenzgründungen im Rahmen der Unternehmensnachfolge“ profitieren die zu übernehmenden Unternehmen in Sachsen-Anhalt ganz deutlich von der Unterstützungsleistung, die dem oder der Existenzgründer/in zu Gute kommt. So konnte für die PJS Gebäudetechnik GmbH ein Nachfolger aus der eigenen Belegschaft ausfindig gemacht und für die Unternehmensnachfolge motiviert werden.

 

Seit nunmehr elf Jahren ist der konjunkturelle Aufschwung bei deutschen Installateuren und Heizungsbauern ungebrochen. Nur etwa ein Viertel der 20,5 Millionen in Deutschland installierten Heizungsanlagen entsprechen dem Stand der Technik, was zu zahlreichen Modernisierungsaufträgen in den vergangenen Jahren führte und immer noch stetig führt. Die Hauptkundengruppe im Bereich Heizung, Klima & Sanitär sind die Besitzer der Ein- und Zweifamilienhäuser mit knapp mehr als 60%, welchen in nahezu gleichen Anteilen die gewerblichen Kunden, Wohnungsgesellschaften und öffentliche Auftraggeber folgen. Die Auftragsbringer der Zukunft sind damit Badmodernisierungen und Modernisierungsarbeiten in Hinblick auf Energieeffizienz in Privathaushalten. Im Großraum Magdeburg ist die PJS Gebäudetechnik GmbH seit mehr als 23 Jahren die Adresse, wenn es um Heizungs- und Klimatechnik geht. Früher bekannt unter dem Namen PJS Heizung & Sanitär Service GbR überzeugte die Unternehmung von Torsten Poppe, Dirk Jahnke und Harald Stuck seine Kunden von Beginn an durch fachliche Kompetenz, stetige Innovation, Rund-um-Service und absolute Zuverlässigkeit. 

Die 1996 gegründete Firma spezialisiert sich auf die Montage von Heizungsanlagen vom Einfamilienhaus bis zu Industrieanlagen, Solaranlagen, Wärmepumpen und Bad-/Sanitäranlagen sowie die Wartung von Heizungsanlagen, besonders in den Bereichen Öl, Gas, Solar und Wärmepumpen. Von der Planung bis zur Ausführung der Anlagen bekommen die Kunden von der PJS Gebäudetechnik GmbH höchste Qualität aus einer Hand. Neben zahlreichen Privathaushalten werden Großprojekte, wie beispielsweise Einkaufszentren betreut. Auch die kompetente und umfangreiche Beratungsleistung im Servicebereich durch das Unternehmen selbst und seine renommierten regionalen und überregionalen Partnerfirmen stellt eine Besonderheit dar. Generell wird Service bei der PJS Gebäudetechnik GmbH großgeschrieben: Die insgesamt 11 Mitarbeiter sind ab 16 Uhr sowie an Wochenenden, Sonn- und Feiertagen für ihre Kunden in Bereitschaft. Um den eigenen Ansprüchen und der wachsenden Auftragslage gerecht zu werden, werden stetig neue Mitarbeiter gesucht und ausgebildet. Das Unternehmen stellt sich daher jung auf und bereitete sich mit der Unternehmensnachfolge von Harald Stuck zu Heiko Scharmberg auf den Generationenwechsel vor. 

Harald Stuck & Heiko Scharmberg vor zwei der Firmenfahrzeugen
Harald Stuck & Heiko Scharmberg vor zwei der Firmenfahrzeugen

Der große Vorteil in der Nachfolge Planung durch die PJS Gebäudetechnik GmbH war die rechtzeitige Kommunikation. Die drei Inhaber haben sich frühzeitig mit der Suche nach einem geeigneten Nachfolger beschäftigt und konnten Herrn Scharmberg aus ihren eigenen Reihen als den perfekten Kandidaten identifizieren. So wandten sie sich an das Projekt „ExNa – Existenzgründungen im Rahmen der Unternehmensnachfolge“, um den Übergabeprozess begleiten zu lassen. Das Projekt ExNa hat es sich zum Ziel gesetzt, hochqualifizierte Fachkräfte für eine Unternehmensnachfolge zu motivieren und somit im Land Sachsen-Anhalt zu halten. Im Folgeschluss werden damit bestehende Arbeitsplätze erhalten und eingespielte Teams können weiter am gewohnten Arbeitsort zusammenarbeiten. Die Nachfolge durch Herrn Scharmberg war somit ein Musterbeispiel für die optimale Vorbereitung einer Übergabe, die den Jungunternehmer schrittweise an seine neu gewonnene Verantwortung heranführt. Als ausgebildeter Zentralheizungs- und Lüftungsbauer begann seine Karriere bei der PJS Gebäudetechnik GmbH im Juli 2013 und bereits im September des gleichen Jahres begann er eine nebenberufliche Meisterausbildung bei der Handwerkskammer Magdeburg als Installateur- und Heizungsbauermeister. Nach Erwerb seines Meistertitels im Jahr 2017 war er verantwortlich für die Bereiche Wartung, Service und Kundendienst und betreute selbstständig einzelne Bauprojekte. Durch seine zuverlässige Arbeitsweise und sein Gespür für die Stärken und Schwächen seiner Mitarbeiter und die damit verbundene eigenständige Organisation der Arbeitseinsätze ist er bei Kollegen wie Kunden geschätzt. Herr Scharmberg zeichnete sich damit früh als optimaler Nachfolger ab – fachlich wie persönlich. Seit dem 01.10.2019 ist die Hochzeit perfekt und S folgte auf S: Scharmberg folgte auf Stuck! 

Dirk Jahnke, Torsten Poppe, Heiko Scharmberg & Harald Stuck
Dirk Jahnke, Torsten Poppe, Heiko Scharmberg & Harald Stuck

Wir wünschen Herrn Scharmberg alles Gute für seine berufliche Zukunft mit der PJS Gebäudetechnik GmbH und freuen uns auf die feierliche Übergabe am 08.11.2019 mit geladenen Gästen des Wirtschaftsministeriums, des Landkreises, der Kammern sowie Netzwerkpartnern und Medienvertretern.

 

Möchten Sie Ihr Unternehmen abgeben oder eine Unternehmensnachfolge antreten? Interessierte können unverbindlich einen Erstberatungstermin mit dem Projekt-ExNa-Team vereinbaren. Gehen Sie dazu auf www.projekt-exna.de oder kontaktieren Sie das Team telefonisch unter 0391 58243116.

 

Das Projekt „ExNa – Existenzgründungen im Rahmen der Unternehmensnachfolge“ ist ein vom Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Digitalisierung gefördertes Projekt im Rahmen der ego.-Konzept-Richtlinie und ist mit Landesmittel finanziert und durch ESF-Mittel kofinanziert. Alle Informationen zum Projekt finden Sie unter www.projekt-exna.de.

 

Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter. 

Die erste Projekt-ExNa-Hochzeit

Juliane Petzold-Zwahr übernimmt das "Eiscafé und mehr"

 

Das Projekt „ExNa – Existenzgründungen im Rahmen der Unternehmensnachfolge“ startete am 01. Juni 2018 in Sachsen-Anhalt mit dem Ziel, Jungunternehmern für die Idee der Nachfolge zu begeistern. Das Projekt-Team sucht für die potenziellen Existenzgründer ein passendes übergabefähiges Unternehmen und genauso für die Altunternehmer einen geeigneten Kandidaten zur Nachfolge. So werden nicht nur gut ausgebildete Fachkräfte im Land gehalten und bestehende Arbeitsplätze bleiben erhalten sondern auch das Lebenswerk des Altinhabers bleibt für die nächsten Generationen durch die Entwicklung von zukunftsfähigen Geschäftsideen bewahrt. Dabei wird die operative Umsetzung in die Hände des Projekt-Teams abgegeben, die inhaltliche Gestaltung bleibt aber stets bei den Akteuren selbst. Das vom Land Sachsen-Anhalt geförderte und mit ESF-Mitteln kofinanzierte Projekt bietet dem Nachfolger außerdem diverse Coachings und Unterstützung bei der Erstellung von Finanzierungs- und Businessplänen an, um den Existenzgründer optimal in der Kompetenzentwicklung auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu stärken. Von der Suche und dem ersten Kennenlernen des Übergabepaares bis hin zur Schlüsselübergabe ist das Team des Projektes „ExNa“ als Partner an ihrer Seite. Die erste vollständige Übergabe feiert das Projekt-Team am 09. August 2019 mit der „Hochzeit“ des „Eiscafé und mehr“ zwischen Altinhaberin Evelin Kühn und Nachfolgerin Juliane Petzold-Zwahr.

Juliane Petzold-Zwahr, Evelin Kühn und Steffen Voß, Geschäftsführer der EVENTUS Wirtschaftsberatung GmbH

„Das Projekt ‚ExNa‘ hat hier zwei engagierte Unternehmerinnen – Frau Evelin Kühn und Frau Juliane Petzold-Zwahr – betreut und wir freuen uns über die ausgezeichnete Zusammenarbeit, wodurch eine schnelle Umsetzung der Übergabe möglich war. Wir haben uns außerdem sehr gefreut, dass die erste Hochzeit so schnell und reibungslos funktioniert hat. Das Projekt hat uns sehr viel Spaß gemacht und wir werden natürlich so oft es geht das „Eiscafé und mehr“ besuchen kommen.“ – Steffen Voß, Geschäftsführer der EVENTUS Wirtschaftsberatung GmbH

 

Das „Eiscafé und mehr“ ist ein familiengeführtes Unternehmen, das im Jahr 2001 von der hauptberuflichen Ingenieurin Evelin Kühn eröffnet wurde, die als Quereinsteigerin den Schritt in die Gastronomie wagte. Das Eiscafé in Gröbers-Kabelsketal wurde mit viel Liebe zum Detail aus einer ehemaligen PKW-Waschanlage mit Werkstatt umgebaut. Mit seiner Spezialisierung auf selbstgemachte Eiskreationen und Eistorten sowie einem Angebot an selbstgebackenem Kuchen und Kaffee-Variationen ist es überregional als beliebtes Ausflugsziel bekannt und bietet Platz für mehr als 50 Gäste. Die großzügige Terrasse lädt an sommerlichen Tagen zum Verweilen ein.
Aus Altersgründen beschäftigte sich Frau Kühn seit September 2018 intensiv mit der Suche nach einem geeigneten Nachfolger und wandte sich an die IHK Halle-Dessau. Durch die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der IHK wurde sie auf das Projekt „ExNa“ aufmerksam gemacht und entschied sich daraufhin, mit dem Projekt-Team in Kontakt zu treten und sich zum angebotenen Leistungsportfolio beraten zu lassen. 

Evelin Kühn und Steffen Voß
Evelin Kühn und Steffen Voß

„16 Jahre nach der Gründung des Eiscafés habe ich in Hinblick auf mein anstehendes Rentenalter angefangen, einen Nachfolger zu suchen. Da sich viele mit der Selbstständigkeit schwertun und sich vor dem Zeit- und Kraftaufwand scheuen, gestaltete sich die Suche alles andere als einfach. So habe ich über Makler und sonstige Institutionen versucht, einen Nachfolger zu finden, was mir nicht gelungen ist. Deshalb war es ein Glücksfall, als mich die Mitarbeiter der IHK Halle-Dessau Ende 2018 auf die Gründung des Projektes ‚ExNa‘ aufmerksam machten. Ich habe mich sofort mit dem Team in Verbindung gesetzt und war froh über jeden Beistand, den ich in der Nachfolgesuche erwarten konnte und habe es bis heute nicht bereut. Von der Erstellung eines Businessplans über die Bankgespräche und die komplette Umsetzung der Übergabe war uns das Projektteam eine große Hilfe. Ich weiß nicht, ob wir es ohne diese Unterstützung geschafft hätten. Ich bin sehr zufrieden und kann die Teilnahme am Projekt ‚ExNa‘ nur empfehlen. Wir haben es jedenfalls geschafft und die Hochzeit ist heute vollzogen!“ – Evelin Kühn, Altinhaberin des „Eiscafé und mehr“

 

Nach einem vom Projekt-Team begleiteten Kennenlerngespräch zwischen Frau Kühn und Juliane Petzold-Zwahr, stand sie schnell als die passende potenzielle Nachfolgerin fest. Der gebürtigen Quedlinburgerin und Wahl-Kabelsketalerin war das „Eiscafé und mehr“ vorab bekannt und sie interessierte sich bereits seit Längerem für die Nachfolge des Unternehmens. Mit Hilfe des Projektes „ExNa“ wurden ein Finanzierungs- und Businessplan erstellt und Banktermine gemeistert, sodass nach langer Anstrengung feststand: Juliane Petzold-Zwahr wird die neue Inhaberin des „Eiscafé und mehr“. Auch unter der neuen Leitung bleibt das bisherige Konzept bestehen und wird beispielsweise durch verschiedene Angebote, wie einen Mittagstisch, zum Ende des Jahres erweitert. Zudem wird das Eiscafé durch Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten weiterhin aufgewertet und soll langfristig im Stil eines American Diners umgestaltet werden. 

Juliane Petzold-Zwahr begrüßt die ersten Gäste zur feierlichen Übergabe, darunter Dr. Daniel Schultewolter, Stabsstellenleiter der Wirtschaftsförderung Saalekreis und Stefanie Hartung, Volksbank Halle (Saale) eG

„Für mich war der größte Gewinn, dass alle Bankgespräche gemeistert wurden und ich nun endlich in die Selbstständigkeit starten kann. Wenn ich mich selbst um alle Formalien hätte kümmern müssen, wie die Erstellung des Businessplans, wäre das bestimmt nicht zu Stande gekommen. Gerade in der Gastronomie ist es eine große Hürde, überhaupt einen Kredit zu bekommen. Mit der Unterstützung vom Projekt ‚ExNa‘ hat es aber funktioniert. Das ist für mich auch der größte Pluspunkt am Projekt: Die Existenzgründer werden unterstützt und der Businessplan wird so schlüssig aufgebaut, dass die Banken gern positiv darauf reagieren.“

– Juliane Petzold-Zwahr, Neuinhaberin des „Eiscafé und mehr“

 

Zur feierlichen Übergabe waren zahlreiche Medienvertreter und Vertreter der Kammern, Landkreise, Agenturen für Arbeit und andere Netzwerkpartner eingeladen, um sich vom Geschäftsmodell und den angebotenen Köstlichkeiten zu überzeugen und Frau Petzold-Zwahr persönlich zum Start in die Selbstständigkeit zu gratulieren. Das Team des Projektes „ExNa“ sowie das Team des Projektträgers, der EVENTUS Wirtschaftsberatung GmbH, waren ebenfalls an den Feierlichkeiten beteiligt und wünschen Frau Petzold-Zwahr viel Erfolg auf dem weiteren Weg mit ihrem „Eiscafé und mehr“!

 

Möchten Sie Ihr Unternehmen abgeben oder eine Unternehmensnachfolge antreten? Interessierte können unverbindlich einen Erstberatungstermin mit dem Projekt-ExNa-Team vereinbaren. Gehen Sie dazu auf www.projekt-exna.de oder kontaktieren Sie das Team telefonisch unter 0391 58243116.

 

Das Projekt „ExNa – Existenzgründungen im Rahmen der Unternehmensnachfolge“ ist ein vom Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Digitalisierung gefördertes Projekt im Rahmen der ego.-Konzept-Richtlinie und ist mit Landesmittel finanziert und durch ESF-Mittel kofinanziert. Alle Informationen zum Projekt finden Sie unter www.projekt-exna.de.

 

Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter.

ELKE SIMON-KUCH ZUR FAMILIENNACHFOLGE

Besonderheiten & Chancen der Familiennachfolge

 

Eine Unternehmensnachfolge zu gestalten ist ein Prozess, der im besten Falle über Jahre hinweg sorgsam vorbereitet und mit Hilfe einer objektiven Beratung Schritt für Schritt durchgeführt werden sollte. Die Familiennachfolge wird oft schon über eine Generation hinweg geplant und stellt eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten dar – denn hier ist das System der Familie untrennbar mit dem der Organisation verbunden und kann somit ungeahnte Hürden mit sich bringen.

 

Der Junior ist in den meisten Fällen bereits früh Teil des Unternehmens geworden, steht für Erneuerung und das Infragestellen der etablierten Strukturen. Durch die Weiterentwicklung von Märkten sowie der Kunden, muss ein Wertewandel vollzogen werden, womit seine Visionen oft konträr zu den alten Werten stehen, die der Senior vertritt. Diese Dynamik wird durch die Spiegelung der Familienrollen in der Organisation verstärkt, sodass eine neutrale Beratung unabdingbar ist, um Konflikte in der Nachfolgefrage klären zu können. Die tradierten Rollenbilder können auch dazu führen, dass beispielsweise nicht aufgearbeitete Ereignisse aus der Vergangenheit erst im Übergabeprozess zum Vorschein kommen und sich Emotionen, wie Konkurrenz oder Neid, in der Nachfolgegeneration zeigen. Ebenso ist denkbar, dass die eigene Rolle innerhalb der natürlich gewachsenen Familienstruktur wenig mit der Funktion übereinstimmt, die in der Unternehmung übernommen werden soll. So können leicht Potenziale übersehen werden und es kann dazu führen, dass der Senior nicht loslassen kann und seine derzeitige Stellung im Unternehmen weiterhin beispielsweise in Form eines Postens im Aufsichtsrat erhalten möchte. Auf der Seite der Mitarbeiter können zu hohe Erwartungen an den Junior eine Hürde darstellen, da diese oft von ihm in kürzester Zeit dieselbe Expertise wie die des Seniors erwarten. Daher ist es ratsam, die Mitarbeiter in den Prozess der Erarbeitung der gemeinsamen Zukunftsvision für das Unternehmen mit einzubeziehen und die Rollenverteilung der neuen Führungsebene klar sichtbar zu machen. 1

 

 

All diese Punkte zeigen nur beispielhaft, mit welchen Hürden bei einer Familiennachfolge im Gegensatz zu einer „klassischen“ Nachfolge auf Seiten des Übergebenden, des Übernehmenden und der Angestellten gerechnet werden kann. Werden diese Themen allerdings bewusst angegangen und im gesamten Veränderungsprozess gesteuert, ergibt sich die Chance, das Unternehmen nachhaltig und umfassend zu entwickeln. Frau Elke Simon-Kuch hat selbst eine Familiennachfolge angetreten und 2007 die Simon Werbung GmbH, die Agentur ihrer Mutter übernommen. Seitdem hat sie die Agentur als geschäftsführende Gesellschafterin mit innovativen Ideen weiterentwickelt. 

Welche Herausforderungen sehen Sie im Prozess der Familiennachfolge?
Die größte Herausforderung ist, beide Generationen im gleichen Maße in den Übernahmeprozess einzubinden. Auf der einen Seite muss man die Lebensleistung der übergebenden Generation achten. Auf der anderen Seite muss man bedenken, dass keine zu große Bürde auf die übernehmende Generation geladen wird, damit diese nicht unter der Last zusammenbricht. Man kann sich das wie eine Waage vorstellen, auf der die Wünsche und Vorstellungen beider Seiten Stück für Stück aufgewogen werden. Diese muss austariert werden, damit kein Frust entsteht. Eine Familiennachfolge kann nicht von heute auf morgen vollzogen werden, da sich beide Seiten behutsam darauf einstellen müssen. Der Übergebende muss lernen, loszulassen – das kann nicht abrupt erfolgen. Ebenso muss der Übernehmende in seine neue Verantwortung hineinwachsen. Das Finden und Ausfüllen der neuen Rolle darf nicht unterschätzt werden, da innerhalb des Unternehmens erst die Akzeptanz für den Nachfolger hergestellt werden muss. Auch wenn dieser im Regelfall bereits lange im Unternehmen arbeitet, tritt dieser nun nicht mehr als Mitarbeiter sondern als Führungskraft auf. Neben den persönlichen Faktoren spielt auch der finanzielle Aspekt eine wichtige Rolle. Es müssen alle Karten auf den Tisch gelegt werden, um alles so transparent wie möglich zu gestalten. Auch steuerlich sollte man im Voraus über gewisse Optionen, wie eine Schenkung, nachdenken, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Aus all diesen Gründen sollte man eine Familiennachfolge so frühzeitig wie möglich planen.


Welche Chancen sehen Sie in der Familiennachfolge?
Wenn ein gutes Verhältnis zwischen den Generationen besteht, hat der Nachfolger die Möglichkeit, das Vermächtnis der Eltern fortzuführen, die das Unternehmen über Jahre hinweg aufgebaut haben. Das kann den familiären Zusammenhalt stärken. Außerdem kann die übernehmende Generation von den Erfahrungen der übergebenden profitieren – denn wann kann man den Altinhaber sonst sonntags beim Kaffee trinken fragen, wie er diese oder jene Situation gehändelt hätte. Besonders junge Leute können sich so mit viel Rückhalt verwirklichen.

 

Haben Sie sich eine Beratung zu Nutzen gemacht? Wenn ja, wie hat diese Ihnen geholfen und wo lag für Sie der größte Mehrwert? Wenn nein, an welchen Punkten hätten Sie sich Hilfe gewünscht?
Wir haben uns im Nachfolgeprozess einer Beratung bedient, da diese gefördert wurde. Sie hat uns sehr geholfen, da es in einem so umspannenden Prozess einer gewissen Struktur bedarf, damit kein Thema, sei es noch so klein, außen vor gelassen wird. Viele Detailfragen treten erst mit der Zeit auf und müssen ehrlich geklärt werden. Gerade in einer Familiennachfolge sind viele Emotionen im Spiel, sodass wir von der Beratung in der vermittelnden Rolle profitieren konnten.

 

Das geförderte* Projekt ExNa bietet eine ganzheitliche Beratung für Unternehmer und Nachfolger an, die eine Familiennachfolge planen oder sich bereits im Prozess der Übergabe befinden. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Teilnehmern wird eine vertraute familiäre Atmosphäre geschaffen, in der alle Beteiligten in jeden Schritt der Übergabe einbezogen werden. Die Teilnahme am Projekt ExNa ist kostenfrei.

 

Möchten Sie Ihr Unternehmen abgeben oder eine Unternehmensnachfolge antreten? Interessierte können unverbindlich einen Erstberatungstermin mit dem Projekt-ExNa-Team vereinbaren. Gehen Sie dazu auf www.projekt-exna.de oder kontaktieren Sie das Team telefonisch unter 0391 58243116.


*Das Projekt „ExNa – Existenzgründungen im Rahmen der Unternehmensnachfolge“ ist ein vom Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Digitalisierung gefördertes Projekt im Rahmen der ego.-Konzept-Richtlinie und ist mit Landesmittel finanziert und durch ESF-Mittel kofinanziert. Alle Informationen zum Projekt finden Sie unter www.projekt-exna.de.

Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter.

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1 Glaser, Renate / Königswieser, Ulrich: Familienangelegenheiten. Erfahrungen bei der Beratung von Nachfolgeprozessen in Familienunternehmen, in: OrganisationsEntwicklung Nr.1, 2019

JOSEFINE ULLMANN ZUR PORTFOLIOERWEITERUNG MIT EXNA

Unternehmensnachfolge leicht gemacht

Projekt ExNa übernimmt Nachfolgesuche für Unternehmen

 

Das Unternehmenssterben ist in Sachsen-Anhalt ein stetig wachsendes Problem. Auch wenn die Nachfolgethematik für Inhaber übergabefähiger Unternehmen, sei es aus Alters- oder anderen Gründen, bereits ein bewusster Punkt ist, bleibt im Tagesgeschäft oft keine Zeit, sich aktiv mit damit auseinanderzusetzen. So finden immer weniger Unternehmer einen geeigneten Nachfolger, um nicht nur das eigene Lebenswerk weiterzuführen, sondern insbesondere bestehende Arbeitsplätze zu erhalten.

 

Das Team des Projektes „ExNa – Existenzgründungen im Rahmen der Unternehmensnachfolge“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau an diesem Punkt anzusetzen und Abhilfe zu schaffen. Es übernimmt die Suche nach potenziellen Kandidaten für eine Nachfolge, anhand der Kriterien, die zusammen mit dem Unternehmer in einer Anforderungsanalyse festgelegt werden. So behält der Unternehmer stets die inhaltliche Kontrolle und gibt die operative Umsetzung in die Hände des Projekt-Teams ab. In dem gesamten Übergabeprozess – vom Suchen und Finden eines Nachfolgers, über die Unternehmensanalyse sowie Kompetenzentwicklung des Nachfolgers bis hin zur Schlüsselübergabe – werden Zeit, Geld und vor allem Nerven gespart. Da es für die meisten unvorstellbar ist, von heute auf morgen nicht mehr im eigenen Betrieb zu arbeiten, wird stets zwischen beiden Parteien vermittelt, um die Übergabe so reibungslos wie möglich zu gestalten. Im Projekt ExNa gibt es eine Besonderheit: Selbst wenn der Nachfolger bereits feststeht, kann das Übergabe-Duo durch individuelle Kompetenztrainings zur Entwicklung unternehmerischer Fähigkeiten vom Projekt profitieren und sich als Teilnehmer aktiv im Projekt ExNa einschreiben.

 

Neben der Hilfe und Unterstützung, die das Projekt-Team auf der Unternehmensseite anbietet, werden somit auch die Existenzgründer umfassend auf den Nachfolgeprozess vorbereitet. Gründungswillige, die sich die Selbstständigkeit im Rahmen einer Nachfolge vorstellen können, werden ermutigt, sich auch bei einer nicht voll ausgereiften Vision für die Teilnahme im Projekt anzumelden. Gemeinsam mit dem Team wird ein Kompetenzprofil erstellt und in Gesprächen herausgearbeitet, welche Unternehmung die richtige ist. Wo liegen meine Interessen, was kann ich besonders gut? Für wie viele Mitarbeiter möchte ich die Verantwortung übernehmen? Lässt sich die Chefrolle mit meinem Privatleben vereinbaren? Mit welchen Investitionen muss ich rechnen und was passiert, wenn mir für meinen Traumjob noch ganz bestimmte Qualifikationen fehlen? Zumindest für die zwei letzten Fragen gibt es schon vorab eine Antwort: Die Teilnahme für Existenzgründer wird gefördert* und ExNa bietet Coachings, um alle Nachfolger rundum auf ihre künftigen Aufgaben vorzubereiten. Aber auch bei der Beantwortung der restlichen Fragen ist das ExNa-Team mit Rat und Tat zur Stelle.

 

Eine oft sehr geschärfte Vision für ihr Wunschunternehmen haben bereits Selbstständige. In der aktuellen Wirtschaftslage liegt in der Portfolioerweiterung der Schlüssel zum Erfolg. Der Unternehmergeist ist bei ihnen schon geweckt, kurz: Sie wissen, worauf sie sich einlassen und was sie zu erwarten haben. Mit der Übernahme eines Bestandsunternehmens können sie sich ein zweites Standbein errichten, bereits hochqualifizierte langjährige Mitarbeiter übernehmen und von den bestehenden Vertriebsstrukturen und Netzwerken profitieren. In diesem Falle entsteht eine klassische Win-Win-Situation, da der Unternehmer seinen Betrieb in erfahrene Hände abgibt und der Nachfolger durch den Einstieg in eine weitere Branche Risiken minimieren kann.

 

In dieser Situation befindet sich aktuell Josefine Ullmann, Inhaberin von Elb Estate und Teilnehmerin im Projekt ExNa. Elb Estate steht für außergewöhnliches Marketing mit fundierter Marktkenntnis als regionaler Profi in Vermietung und Verkauf von Immobilien. Wir haben Frau Ullmann zu ihren persönlichen Beweggründen zur Teilnahme im Projekt ExNa befragt.

Aus welchem Grund haben Sie sich dazu entschieden, sich ein zweites Standbein im Rahmen einer Unternehmensnachfolge errichten zu wollen?

Das hat zwei Gründe. Zum einen ist da der wirtschaftliche Aspekt. Auch wenn mein Unternehmen aktuell im sicheren Fahrwasser segelt, macht es Sinn, das Geschäftsfeld zu erweitern, um auch für „stürmische“ Zeiten gewappnet zu sein. Der zweite Grund ist eher emotional geprägt. Ein Unternehmen ist wie das eigene Kind. Man investiert Zeit, Geld und eine große Portion Lebensenergie. Das Lebenswerk eines anderen zu übernehmen und weiterzuführen ist für mich sinnstiftend.

 

Warum haben Sie sich zur Teilnahme im Projekt ExNa entschieden?

Als Immobilienmaklerin weiß ich, wie schwierig es ist, Verkäufer und Käufer zusammenzubringen. Verkäufer verbinden mit ihrem Unternehmen viele Erinnerungen und können sich nur schwer lösen. Käufer haben hingegen naturgemäß Zahlen und konkrete Zukunftspläne im Kopf. In dem Augenblick, wo Gefühle und rationale Überlegungen aufeinanderprallen, ist das Einschalten eines Maklers als Vermittler aus meiner Sicht unumgänglich. Das Projekt ExNa erfüllt genau diese Aufgabe. Es sorgt mit seinen Experten für den objektiven, unverstellten Blick und vermittelt zwischen Nachfolger und Unternehmer. Das ist ein unschätzbarer Mehrwert für beide Parteien.


Möchten Sie Ihr Unternehmen abgeben oder eine Unternehmensnachfolge antreten? Interessierte können unverbindlich einen Erstberatungstermin mit dem Projekt-ExNa-Team vereinbaren. Gehen Sie dazu auf www.projekt-exna.de oder kontaktieren Sie das Team telefonisch unter 0391 58243116.

 

*Das Projekt „ExNa – Existenzgründungen im Rahmen der Unternehmensnachfolge“ ist ein vom Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Digitalisierung gefördertes Projekt im Rahmen der ego.-Konzept-Richtlinie und ist mit Landesmittel finanziert und durch ESF-Mittel kofinanziert. Alle Informationen zum Projekt finden Sie unter www.projekt-exna.de.

 

Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter.

Frank Dietz zur Teilnahme im Projekt ExNa

Ein ExNa-Teilnehmer im Interview

 

Projekt ExNa:
Herr Dietz, wo liegt Ihre Motivation in die Selbstständigkeit zu gehen?

Hr. Dietz:
Durch meine bisherigen beruflichen Stationen konnte ich mir in vielen Bereichen Kompetenzen aneignen, die mir hier helfen können, auf eigenen Beinen zu stehen. Ich habe Fähigkeiten wie z. B. Führungskompetenz, Organisations- bzw. Planungsgeschick und Anpassungsfähigkeit durch meine Ausbildung und die praktische Anwendung als Offizier bei der Bundeswehr entwickeln können. 

 


Projekt ExNa:
Und warum haben Sie sich für eine Unternehmensnachfolge entschieden?

Hr. Dietz:
Weil ich hier nicht direkt bei Null starten muss. Im Idealfall finde ich ein am Markt etabliertes Unternehmen vor. Unterm Strich sind es mehrere Vorteile, die die Nachteile gegenüber einer Neugründung überwiegen. Zum Beispiel muss keine langwierige Aufbauphase z. B. des Kundenstammes stattfinden und ich finde im besten Fall eine bereits gut aufgebaute Vertriebsstruktur vor. Die Lieferantenbeziehungen sind bereits vorhanden und ich habe eine gewisse Planungssicherheit auf Grundlage der Zahlen aus den letzten Jahren. Zusätzlich ist die Marke oder das Produkt bereits etabliert und kann auf dieser Grundlage ausgebaut werden. Am Ende wechselt „nur“ der Kapitän des fahrtüchtigen Schiffes.

 

Projekt ExNa:

Welche Hürden sehen Sie bei einer solchen Nachfolge?

 

Hr. Dietz:

Eine Menge. Ich sehe schon viele Herausforderungen, die hier auf mich zukommen können. Es kann sich z. B. viel Konfliktpotential mit der Altinhaberin oder dem Altinhaber über die unterschiedlichen Phasen der Übergabe entwickeln. Sei es die Vorstellung zur fachlichen Eignung des Nachfolgers oder auch die Einigung über die tatsächlichen Übernahmebedingungen, wie z. B. der Kaufpreis oder eine Übergangszeit.... bis hin zur Finanzierung des gesamten Vorhabens.

 

Projekt ExNa:

Warum sind Sie in das Projekt ExNa eingetreten?

 

Hr. Dietz:

Das ist relativ einfach. Weil ich hier ein Projekt mit sehr gut vernetzten Beraterinnen und Beratern an meiner Seite habe, die mich rund um diesen komplexen Prozess betreuen und Hilfestellung an wesentlichen Punkten leisten.